Kennst du schon … Matthias
Freiwasserschwimmer aus Leidenschaft. Bereits beim Förde-Crossings 1998 gehörte er zu den Teilnehmern.
Matthias Köstler schwimmt seit seiner Kindheit. Geboren 1967 in Rostock, wurde er bereits mit sechs Jahren Mitglied beim Schwimmverein FIKO Rostock. Sein Talent zeigte sich früh: Seinen ersten Wettkampf über 50 Meter Brust gewann er direkt. Nach mehreren Jahren intensiven Trainings wurde er jedoch aufgrund seiner Körpergröße aus der Talentförderung ausgeschlossen.
Dem Schwimmsport blieb er treu und entdeckte mit 16 Jahren seine Leidenschaft für Wasserball, die er später beim Winsener SV fortsetzte.
Nach seiner Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenmonteur leistete er Wehrdienst bei der NVA. Anschließend erfüllte er sich seinen Traum von der Seefahrt und arbeitete auf einem Forschungsschiff. Als dieses im November 1989 nach einer dreimonatigen 13.400 Seemeilen Forschungsfahrt in Rostock einlief, erlebte er die politischen Umbrüche der Wende unmittelbar mit.
In den 1990er-Jahren zog es ihn beruflich nach Flensburg. Dort nahm er 1998 zum ersten Mal am Förde-Crossing teil und schwamm die drei Kilometer durch die Flensburger Förde von Dänemark nach Glücksburg. Bereits damals war der Neoprenanzug Pflicht und das Material war längst nicht mit dem heutigen Hightech Material eines Neoprenanzuges vergleichbar. Auch ein „Muskelkater im Brustkorb“ nach dem ersten Training mit Neo hielten ihn nicht ab, mitzumachen. Trotz kalter Temperaturen, hoher Wellen, Gewittern oder Feuerquallen blieb er der Veranstaltung treu. 2026 wird er bereits zum 18. Mal an den Start gehen.
2001 zog er -wieder beruflich bedingt- in die Elbmarsch. Dort hatte er 2016 den ersten Kontakt mit dem Winsener Schwimmverein und entschied sich, Wasserball zu spielen. Corona brachte alles wieder durcheinander und an Wasserball oder Schwimmen war überhaupt nicht zu denken. Er suchte sich Verbündete und bereits bei 11 Grad Wassertemperatur ging es, dick eingepackt in Neoprenanzug, Neo-Badekappe, -Handschuhen und -Socken in den See oder mit Seil in seinen Pool.
Zwischenzeitlich ist die Freiwassergruppe im WSV größer geworden und auch die Wettkämpfe sind abwechslungsreicher und vielfältiger. Zu seinen sportlichen Höhepunkten zählen ein 14-Kilometer-Rennen als Einzelstarter auf der Wakenitz im Jahr 2022 sowie die erfolgreiche Bewältigung von 100 × 100 Metern. Für 2026 stehen unter anderem neu das Inselschwimmen in Malente (3,6 km) und eine Strecke des Seebrückenschwimmens in der Lübecker Bucht (3,2 km) auf seinem Programm.
Für Matthias steht fest: „Orientierung geht vor Geschwindigkeit“ denn „Im Freiwasser gewinnt nicht immer der Schnellste, sondern der Klügste“. Seine Erfahrung gibt er gern weiter und für 2026 ist wieder ein Freiwasser-Trainingstag mit der WSV-Jugend geplant.
Sein Training? Masterstraining bei Wolfgang (Link: kennst du schon Wolfgang) ist die Basis. Im Winter legt Frank (Link: kennst du schon Frank) die Grundlage für eine gute Freiwasser-Saison. Aber Frank steht auch auf dem Standpunkt, dass gute Schwimmer mal Sachen trainieren sollten, die nicht 100% Langstreckenkonform sind, so ist mittwochs auch Vielfalt, Koordination und Spaß angesagt. Sobald es im Frühjahr wärmer wird und die Wassertemperaturen zweistellig sind, besser 14° sind, startet Matthias im Freiwasser. „Matthias ist ein Uhrwerk schlechthin. Schmeiß ihn ins Wasser und er schwimmt wie ein Duracell-Häschen ☺ . Er hat eine gute Selbsteinschätzung und weiß, was, wie und wie weit es für ihn geht. Als Rookie würde ich mich an ihn dranhängen“, so die Einschätzung von Frank.
Und was vermisst er nach über 30 Jahren im Westen Deutschlands? Die Antwort kommt ohne Zögern: eine gute, selbstgemachte Soljanka – denn die schmeckte im Osten einfach besser.






