Kennst du schon … Presi?
Seit 1967 im WSV, Wasserballer der ersten Stunde (1970), erster Vorsitzender des Vereins von 1992 bis 2013 und einer der Initiatoren der Partnerschaft Winsener SV – Pont de Claix. Genau, das ist Michael Lammers! Über die Eltern kam Michael 1967 zum Schwimmen. Wer glaubt, damals gab es 27 Grad warmes Wasser, geflieste Wände und ein Dach über dem Kopf – weit gefehlt. Bis 1971 gab es in Winsen kein Hallenbad, trainiert wurde im Freibad bei Albert Wohl, gleichzeitig Schwimmmeister, sportlicher Leiter im WSV und Trainer. Michaels Bestzeit über 50 m Brust von 0:36 Sekunden ist für diese Umstände äußerst bemerkenswert. Es war damals noch eine andere Zeit! Wer kann sich heute noch vorstellen, dass kein Wettkampf geschwommen werden durfte, wenn nicht anständig trainiert wurde? Oder dass es getrennte Meisterschaften für Trainierende im Freibad und Hallenbad gab? … eigentlich fast niemand mehr. Als sich 1970 die Wasserballabteilung gründete, war er einer der ersten, der Lust auf diese neue Sportart hatte (Achtung: damals gab es noch einen Lederball im Spiel). „Wasserball verdirbt den Schwimmstil“ – dagegen setzte er sich durch. 1971 wurde die lang ersehnte Schwimmhalle in Winsen eröffnet und die Wasserball-Mannschaft wurde eine der besten Jugendmannschaften in Niedersachsen. Es war eine „tolle Mannschaft und hat richtig Spaß gemacht“. Trainiert wurde sechsmal die Woche direkt nach der Schule und dann noch zweimal abends.
Auch das Schwimmerheim, welches bereits seit 1957 Bestandteil des damaligen Freibads war, wurde von den Wasserballern gern und oft genutzt. Auch heute sind die Wasserballer sicherlich die Sparte, die das Schwimmerheim am häufigsten nutzen. In dieser Zeit haben sich viele Freundschaften entwickelt, man trifft sich auch heute noch montags beim Wasserball. Und die Partnerschaft mit Pont de Claix, wie ist es dazu gekommen? Alles startete 1965, als der Schwimmverein und der Spielmannszug Borstel-Sangenstedt eine 18-tägige Benelux-Frankreich-Fahrt unternahmen, um Land und Leute kennenzulernen. Dabei wurden Sportvereine besucht, und mit Pont de Claix war es einfach am angenehmsten. 1969 fuhr Michael erstmals mit, weitere gegenseitige Besuche folgten und zwischenzeitlich ist die Stadt Winsen offizielle Partnerstadt der Stadt Pont de Claix. Aus dieser Verbindung entwickelten sich Freundschaften, die zum Teil bis heute andauern. Zur 75-Jahr-Feier des WSV am 19. September 2026 (Link: Wir feiern 75 Jahre WSV und 50 Jahre SG Wiste) ist die Einladung an den Partnerverein bereits ausgesprochen. Nach seinem Studienaufenthalt in Würzburg kam Presi 1989 gemeinsam mit seiner Frau zurück nach Winsen und knüpfte dort an, wo er ein paar Jahre früher aufgehört hatte.
- 1968
- 1970
Wasserball bis zur EM-Teilnahme 2007 in Istanbul (gemeinsame Mannschaft mit Poseidon Hamburg), erster Vorsitzender des Vereins von 1992 bis 2013 und immer noch aktiv, wenn es um die Kooperation mit Pont de Claix geht (daher rührt auch der Name „Presi“, denn die Franzosen nennen einen 1.Vorsitzenden „Monsieur le président “) . Gefragt nach dem emotionalsten Moment dieser Vereinsverbundenheit? Spontan fiel der Name Bernd Kalliske, ein Mann und ein Trainer, der gemeinsam mit Presi noch viel im Winsener SV vorhatte und dann plötzlich 2009 starb. Und was hat sich in den Jahrzehnten verändert? Die Trainingsmöglichkeiten für die Wasserballer sind deutlich geringer, was sich auch im Nachwuchs zeigt. Positiv dagegen ist, es gibt mehr Teamarbeit und Arbeitsteilung im Vorstand, und auch die „Rivalität“ der Schwimmer mit den Wasserballern hat sich nach ein paar Partys und Grill-Events gelegt. Zwischenzeitlich ist es ruhiger geworden um Presi, wie ihn alle nennen. Seine Enkelkinder, die im Nachbarhaus wohnen, machen erste Erfahrungen im WSV sonntags beim Familienschwimmen und gearbeitet wird nur noch 3 ½ Tage die Woche. Nur das wöchentliche Wasserballtraining und das regelmäßige Treffen der Freunde anschließend im Schwimmerheim lässt er sich nicht nehmen. Und The Who sowie die Rockmusik der 70er sind auch heute noch genauso beliebt und lautstark präsent wie früher.







